Nika Breithaupt
Beschreibungen

Ich sammle Bilder in Form von fotografischen Aufnahmen die ich archiviere und als Skizzen fÙr meine zeichnerischen und malerischen Arbeiten verwende. Diese Aufnahmen zeigen zum gro¤en Teil Dinge aus dem alltäglichen Leben und Hinterlassenschaften der Menschen.

Für mich offenbaren sie ein gro¤es Sammelsurium an Formen, Linien, Farben und Oberflächen. Ich übertrage davon teils nur Fragmente, die ich in meine zeichnerische und malerische Sprache umsetze. Im entstehenden Bild verwandeln sich die einzelnen Teile daraufhin in eigenständige Zeichen, die in dem von mir vorgegebenen Raum miteinander kommunizieren, sich berühren, abstoßen, verdecken, bekämpfen, beschreiben, überkleben. Eine Spiel beginnt.
Wichtig ist für mich dabei die Verwendung von Klebestreifen. Zuerst verdeckt es Vorhergegangenes, steckt Flächen ab, schneidet sie durch. Schützt die bereits bestehende Zeichnung vor der nächsten Lackschicht, der nächsten Farbsetzung, vor dem kommenden Graphitangriff. Um dann beim folgenden Abziehen dem Zufall Einlass zugewähren. Durch die Verwendung von Klebestreifen kann ich die bewusste Kontrolle wieder ein Stückweit abgeben.
Mich interessiert das collagenhafte Zusammensetzen verschiedener Formen, Linien und Malmittel. Der schwarze Graphitblock auf mattem weissen Lack, beiläufige zarte Bleistiftzeichnung neben scharf begrenzten geometrischen Formen, gebrochenes Weiss auf kaltem Weiss, belebte Klebestreifen über Aqrylflächen, dunkelgrünes Rechteck auf geschriebenem Wort, Sätze verschluckt vom Rand...

Ein anderer wichtiger Teil meiner künstlerischen Arbeit ist die Auseinandersetzung mit Klang. Ich will mit akustischen Räumen experimentieren und die Einbindung von Bild und Wort untersuchen. Dabei sind bereits Klanginstallationen entstanden, die bearbeitete Feldaufzeichnungen und Diaprojektionen beinhalten. Die Geräusche des Projektors sind immer ein wichtiger Teil der Arbeit. Zum einen benutze ich die Maschine als eigenständiges Instrument, welches mit den anderen Klängen sowie mit den Bildern korrespondiert und gleichzeitig den mechanischen Aspekt in der Arbeit aufzeigt.
In den Klanginstallationen beschäftige ich mich zum Teil auch mit autobiographischen Themen, die ich in einer abstrakten Form zu einer übergreifenden Raumerfahrung herausarbeite. Eine Raumerfahrung welche versucht die visuellen und vor allem die auralen Sinne der Rezipienten zu vereinnahmen.